von Olaf Schulze

Diese Yamaha kam 1981 als sog. Softchopper XV 750 SE auf den deutschen Markt und war stilistisch doch ein ziemlicher Fehlgriff. Viel später, 1995, sah ich sie ohne Tank und Sitzbank in einer Werkstatt stehen und fand, dass sie im Grunde vom gleichen englischen Geblüt ist wie meine XS650.


Im Winter 2002/03 holte ich dank ebay zum großen Schlag aus und baute mir mein Motorrad. Das Hinterrad ist von einer GoldWing und originalbelassen. Es passte einfach. Den nabenseitigen Yamaha-Antrieb konnte ich auf das Gußinlet der Hondanabe löten. Etwas aufwendiger war der Umbau auf die Scheibenbremse und der Zugmechanik auf Druck. Teilweise mußte ich den mit dem TüV-Ingenieur besprochenen Pfad verlassen, habe alle Adapter und Hilfshebel, wie auch die vorderen Gabelstabi selbst gefertigt und der Mann vom TüV war begeistert (er hatte mal eine Vincent Grey Flash). Offensichtlich haben sich viele jetzt 45-50jährigen vor 30Jahren in den gleichen Typ Motorrad verknallt.
Die Auspuffanlage ist mit den umgekehrten Tüten einer CX500 verlängert, auch die Sitzbank ist selbstgemacht. Dabei ist mir besonders erwähnenswert, daß nach all den Jahren HighTech, Computerei, CAD und CNC mir nichts soviel Spaß gemacht hat, wie in der Ruhe eines Samstagnachmittags das Vorderrad selbst einzuspeichen und rundlaufen zu sehen. Alles in allem bin ich froh, nicht meine Familie und die Haushaltskasse mit dem Kauf einer heruntergekommen Norton gequält zu haben und trotzdem im Besitz eines sehr britischen Motorrades zu sein.

Im Laufe der Zeit habe ich dann noch einen mechanisch kraftschlüssigen "fliegenden" Adapter für Yamaha Antrieb und Honda Nabe hergestellt und die skurilen Auspufftöpfe durch solche von der Harley EVO ersetzt. Auch ist es mir gelungen, die Yamaha Instrumente Mechanik in MZ Blechbecher zu verpflanzen, sie haben eine sehr angenehme und stimmige Grösse und: kein Plastik, alles aus Eisen.













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